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Wille

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Wille Artikel

Wille(n) (vom Althochdeutschen: willio, lat.: voluntas),

Der Wille ist eins der wichtigsten Grundelemente der persönlichen Struktur des Menschen.

Der Wille kann als die Fähigkeit verstanden werden, ein Absicht, für das man sich entschieden hat, zu erreichen, und zu diesem Zweck die Aufmerksamkeit nötigenfalls stets wieder auf das zu erreichende Absicht oder auf Schritte zu seiner Erreichung zu richten (oder aber auch in dem Falle des Abschweifens hierauf zurückzubringen), und diese Schritte durchzuführen. Hiermit in Zusammenhang steht das Durchhaltevermögen und die Konzentrationsfähigkeit. Verwandt mit dem Willen ist die Fähigkeit, mit auf dem Weg zur Absichterreichung auftretenden Hindernissen angemessen umzugehen, sowie mit dem Phänomen der 'Entmutigung' fertig zu werden. In Zusammenhang mit Absichten, die nicht erreicht werden, kann es zu dem Erleben von Frustration oder Resignation kommen. Wird die Absicht erreicht, so kann Befriedigung eintreten. Das Mass, im eine Person an die Stärke seines Willens glaubt und an die eigene Fähigkeit, Absichte zu erreichen, hat mit dem Selbstbewusstsein zu tun.

Durch die Eigeninitiative unterscheidet sich der Wille vom (bloßen) Wunsch, dessen Erfüllung durch andere Menschen oder durch den Zufall geschieht.

Der Wille hat auch einen kreativen Aspekt. Denn um etwas zu wollen, muss zunächst einmal ein Absicht erschaffen werden. Der Wille entscheidet, was er haben möchte. Ein Mangel der Fähigkeit, zu wissen, was man will, also mit anderen Worten 'nicht zu wissen, was man will', kann als eine Störung oder Beschränkung des Willens angesehen werden.

Ebenso kann die Ausübung des Willens durch Erziehung, durch psychische Verletzungen, durch Indoktrikation, aber auch durch Störungen des Antriebs, der Stimmung oder des allgemeinen Lebenswillens behindert oder gestört sein.

Beim heranwachsenden Kind ist die Entwicklung des Willens eine grundlegender Aspekt. Die Früher landläufige Meinung, der erwachende Wille des heranwachsenden Kleinkinds sei zu 'beugen' oder zu 'brechen' wird heute zunehmend als überholt angesehen, da durch die entsprechenden Handlungen den Kindern häufig Schaden zugefügt wurde. Wie auch bei anderen Aspekte der kindlichen Psyche, sind hier stattdessen Liebe, Verantwortung und Sachkunde der Eltern und sonstigen Bezugspersonen sowie angemessene Reaktionen die beste Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung.

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: Begriffsschrift und andere Aufsätze Epochales Werk! Freges "Begriffsschrift" aus dem Jahr 1879 ist neben der "Analytica Priora" von Aristoteles das bedeutendste Werk der gesamten Logikgeschichte. Damit beginnt die moderne Logik.

Zur Begriffsbildung in der Rechtswissenschaft

Der Begriff des Willens hat auch in der Rechtswissenschaft große Bedeutung. In dem Zivilrecht gründet sich die Willensbestimmung auf die bestimmts Ziel, ein Rechtsgeschäft mit rechtlicher Wirkung vorzunehmen. Da diese fehlt, wenn der Handelnde durch Zwang, Betrug oder Irrtum (errantis non est voluntas) zum Geschäft veranlasst ist, so sind alle so entstandenen Geschäfte ebenso ungültig und rechtlich unwirksam, als Äußerungen des Scherzes, alle mit so schweren Bedingungen belasteten Dispositionen, dass daraus der Mangel des Ernstes hervorgeht, alle bloß gelegentlichen Äußerungen, Simulationen etc. wegen Mangels der Willensernstlichkeit keine rechtliche Verpflichtung begründen. Die Willensbestimmung ergibt sich aus der Willenserklärung (voluntatis declaratio), die entweder ausdrücklich, also durch klare, unzweifelhafte, mündlich oder schriftlich ausgedrückte Worte, Kopfschütteln, Kopfnicken etc., oder stillschweigend, d. h. durch solche Worte oder Handlungen kundgegeben ist, woraus sich mit Zuverlässigkeit auf die Willenserklärung schließen lässt, oder vermutet wird, wenn weder aus Worten noch Handlungen, die auf den vorliegenden Fall Beziehung haben, sondern aus anderen wahrscheinlichen Gründen unter Zustimmung der Gesetze auf eine Willenserklärung geschlossen werden kann. Der Bedeutung des rechtlichen Willens ist auf das Prinzip der Privatautonomie zurückzuführen.

Buch-Tipp: Bildung. Ein Essay Bildung zwischen Gesellschaft und Schulalltag Bildung ist zur Zeit wieder ein viel diskutierter Begriff. Von Hentig versucht diesen Tatbestand, den gesellschaftlichen bzw. politischen Einfluss, darzustellen. Für ihn spielen andere Wege zu dem unterrichtlichen Alltag eine große Rolle. Er zeigt jedoch auch neben seiner Kritik an der Bildungspolitik...

Zu dem Begriff des Willens in der Soziologie

In der Soziologie ist auf die Willenstheorie von Ferdinand Tönnies (1855-1936) zu verweisen, er unterscheidet Wesenwillen, der zur Gemeinschaft führt, und Kürwillen, der zu Gesellschaft führt.

Buch-Tipp: Braut wider Willen Auch nicht so gertenschlanke Heldinnen finden ihren Mann. . . . Das tolle an dem Roman ist, dass die Heldin Phoebe mal nicht wunderschön, gertenschlank und eine gutausgebildete, Kämpferin ist. Trotzdem sie etwas unbeholfen, pummelig und sehr naiv durch den Roman "stolpert" ist sie durch ihre liebenswerte, bestimmte Art und ihre Liebe zum schönen...

Der Wille in der Geschichte der Philosophie

In der Geschichte der Philosophie war das Bemühen um die Klärung der Frage, was unter dem Willen zu verstehen sei, verbunden mit der Frage nachdem Verhältnis vom Intellekt(d.h. in dem Denken, in der Erkenntnis) und Willen. Einmal wurde die Abhängigkeit des Willens von anderen psychischen Faktoren (in der heterogenetischen Willenslehre), insbesondere vom Intellekt behauptet (z.B. bei Platon, Aristoteles, die Stoiker, Albertus Magnus, Thomas von Aquin, Juan Luis Vives , Rene Descartes, Spinoza, Pierre Gassendi, Leibniz, Thomas Hobbes, John Locke, Charles Bonnet , Lamarck, Immanuel Kant, Hegel u.a.).

Zum anderen galt der Wille als elementare oder ursprüngliche psychische Tatsache (als autogenetische Willenslehre) oder wurde wie in dem Voluntarismus zu dem bestimmden Erkenntnisfaktor,

  • zur Weltsubstanz (bei Julius Bahnsen ),
  • zur Begierde der Totalität, sich selbst zu verstehen (bei Alexandre Kojève ).

Bei Schopenhauer und Nietzsche wird die Willenslehre Bestandteil des Irrationalismus und leitet bei Nietzsche in die Konstruktion des "Übermenschen" über.

Buch-Tipp: Catherine, Lady wider Willen. Leben in England um 1290 Catherine, das ist die Hauptfigur in Karen Cushmans "Catherine, Lady wider Willen". In Tagebuchform berichtet Catherine über das Leben in England um 1290 aus der Sicht einer heranwachsenden Frau, die mit ihren vierzehn Jahren nun in das heiratsfähige Alter kommt. Karen Cushman lässt durch Catherine den Leser am wahren Leben...

Literatur

  • Augustinus, Aurelius: Der freie Wille, übersetzt von Carl Johann Perl, vierte Auflage, unveränderter Nachdruck, Paderborn 1986
Buch-Tipp: Cinderella wider Willen Ein modernes Märchen - empfehlenswert Kate Thompson ist es wieder einmal geglückt, mit ihrem neuen kurzweiligen Roman den Leser zu fesseln. Man möchte das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Hauptfigur des Romans, Aphrodite, führt ein normales Leben, bevor der Modedesigner Troy in ihr Leben tritt. Dieser stellt Aphrodites...

Zitat

  • Baruch Spinoza: "Voluntas atque intellectus unum et idem sunt" (Wille und Verstand sind ein und dasselbe)
Buch-Tipp: Das Handwerk der Freiheit. Über die Entdeckung des eigenen Willens Labyrinth und Ariadnefaden in dem Wechselspiel Sie sind ein freier Mensch! Sie entscheiden, ob Sie diese Rezension lesen und sich auf eines der bemerkenswertesten Themen der Philosophie einlassen. Sie werden einen brillanten Bieri erleben. "Frei ist, was ca. den Gesetzen seines eigenen Wesens gemäß handelt und von nichts anderem weder in noch außer...

Siehe auch:

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